Sonntag, 3. Februar 2013

Arbeit, neue Freunde und eine wunderschöne Insel


Mir wurde zugetragen, dass ich lange nichts mehr geschrieben hätte. Das ist durchaus wahr. Lange ist aber auch nichts spannendes passiert.

Die ersten Tage des neuen Jahres verbrachte ich größtenteils arbeitend. Nach einigen Tagen hatte ich mich eingewöhnt und ich wurde vom einfachen Foodrunner zur echten Kellnerin. Die Arbeit ist recht anstrengend, viel Gelaufe, viel Stress, viele Kunden (primär Touristen aus Auckland), aber auch sehr interessant, abwechslungs- und lehrreich.
Das Restaurant gehört zu einem ausgezeichneten Vineyard (unter anderem bester Syrah Neuseelands) und ist bekannt für die Pizzen, wegen der sie bereits in der New York Times gewürdigt wurden.
Obwohl die Preisklasse gehoben ist, würde ich die Atmosphäre als entspannt und locker beschreiben. Kiwi-Style halt.
Meine Kollegen kommen aus aller Welt (unter anderem Deutschland, Frankreich, Kolumbien, Kenia, Südafrika, Tschechien, England, Schweiz,...) und sind alle sehr nett.
Sprachprobleme gibt es selten, meistens können wir uns alle ganz gut auf Englisch oder mit Händen und Füßen verständigen. Und mein Vokabular wird vor allen Dingen durch Wörter wie Lappen, Tischdecke, Spargel,... erweitert.
Nach der Schicht sitzen wir oft noch zusammen, trinken Wein, reden und genießen das wunderbare Wetter. Vor ein paar Tagen waren wir alle zusammen auf einem Skakonzert in der Stadt. Wir schweißen langsam zu einer richtigen Gruppe zusammen, das ist sehr schön zu beobachten.

Wenn ich frei habe, mach ich nicht viel. Ich lebe in einer Bucht die 20 km von der „Stadt“ entfernt ist und zu der es keine Busverbindung gibt. Ein, zwei mal bin ich ans andere Ende der Insel gehitchhiked, aber eigentlich hat es sich nicht wirklich gelohnt, daher bleibe ich einfach hier, bade und entspanne.

Vor zwei Wochen wurde unsere Bucht von sehr starkem Wind heimgesucht, der hat dazu geführt, dass sich das wunderschöne Boot der Nicholsons vom Anker gelöst hat und gegen die Felsen gespült wurde. Zu diesem Zeitpunkt war es durch ein Wunder noch relativ unbeschädigt, weil es aber wegen der Seeverhältnisse nicht geborgen wurden konnte, musste es die Nacht über am Strand liegen bleiben und wurde durch die Flut weiter gegen die Felsen geschlagen.
Jetzt ist es mit einigen Schrammen und verbogenen Teilen in der Marina, Angelausflüge können wir jetzt erst mal nicht mehr machen.

Letzte Woche hatte ich 4 Tage am Stück frei, die nutze ich dann spontan um einen Ausflug zur Coromandel Peninsula zu machen.
Mir war auf der Insel ein bisschen langweilig und mir hat das Rumreisen gefehlt. Und weil so lange Zeit nichts neues passiert ist, kam die ersten leichten Wellen von Heimweh auf. Dagegen musste was unternommen werden!
Also ab auf die Fähre und ab nach Coromandel Town!
Am ersten Tag war ich wandern, dann hab ich einen Ausflug zum Hot Water Beach gemacht und mir ordentlich die Füße an dem 64°C heißen Wasser verbrüht. Anschließend war ich noch am Cathedrale Cove, ein sehr schöner, etwas abgelegener Strand, der allerdings zu dieser Jahreszeit mit Touristen vollgestopft ist.
Die nächsten zwei Nächte verbrachte ich in Whitianga, der größten Stadt der Halbinsel. Hier lernte ich Janine aus Berlin kennen, mit der ich die nächsten zwei Tage etwas unternahm.
Janine wollte sich außerdem mit einer Freundin Verena aus Deutschland treffen, die auf durchreise in Whitianga war. Es stellte sich raus, dass sie nicht nur aus Kiel war, sondern auch noch in Mönkeberg lebte und 2008 am Wellingdorfer Gymnasium Abitur gemacht hat. Die Welt ist klein.
Bevor ich am Sonntag wieder nach Coromandel zur Fähre trampen musste, gingen Janine und ich noch zum Bonecarving, wo man sich seine eigenen Knochenketten schnitzen kann. Ich fertigte aber keinen Kette, sondern ein neuen kleinen, 100% individuellen Anhänger für mein Armband an. Sieht nur mäßig gut aus, aber es ist meins und erinnert mich an den wunderbaren Ausflug nach Coromandel!

Der Ausflug hat wirklich gut geholfen die aufkommende Lethargie und Heimweh zu bekämpfen.

Verena hat mich noch einen Tag auf Waiheke besucht und wir haben eine wunderschöne kleine Wanderung gemacht.

Inzwischen ist meine letzte Woche auf Waiheke und ich schaue dem Ende mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich freue ich mich auf das Weiterreisen, ich werde meinen alten Klassenkameraden Tim in Wellington treffen und dann werden wir in seinem Campervan den Süden der Nordinsel bereisen.
Allerdings fühle ich mich hier auf der Insel ausgesprochen wohl. Meine Gastfamilie ist einfach fantastisch, die Arbeit macht Spaß und die Kollegen sind mir richtig ans Herz gewachsen.
Aber ich werde einige von ihnen bestimmt noch wieder auf meiner Reise treffen. Oder sie in den kommenden Jahren besuchen.
Dies ist übrigens der Blog meines Arbeitskollegen Claus und seines Segelkumpanen Tim. Die beiden liegen mit ihrem Segelboot in der Bucht nebenan, sind also quasi meine Nachbarn. Auf "Kira" haben wir schon so einige lustige Abende verbracht.


Viel Spaß damit.

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